2009 feiern sowohl der Gesamtverein TuS Wettbergen als auch die Jedermannsparte ein großes Jubiläum: die TuS wird 100, der Jedermannsport 40 Jahre alt. Jung geblieben sind beide: die „alte Dame“ TuS ebenso wie die rüstigen „Jedermänner“. 1969 wurde die Sparte von Norbert Gardlo aus der Taufe gehoben. Seitdem sind die Jedermänner ein Muster an Beständigkeit und Verlässlichkeit. Jeden Donnerstag-abend trifft man sich in der großen Halle der Grundschule, um gemeinsam Sport zu treiben und anschließend bei dem einen oder anderen Bierchen noch ein wenig zu klönen.
Die Jedermänner – das ist wörtlich zu nehmen: Männer aus allen Berufsgruppen, kleine und große, jüngere und (etwas) ältere, schlanke und extraschlanke. Sie alle verbindet ein Ziel: ohne übertriebenen Ehrgeiz und dennoch „mit Schmackes“ sportlich aktiv zu sein und dabei die wenigen überflüssigen Pfunde loszuwerden. Kontinuität spielt dabei eine große Rolle: zunächst ein „Warming up“, laufen und Dehnübungen, danach – in historisch beständiger Reihenfolge – Handball, Basketball und Fußball. Schließlich trifft man sich zur 3. Halbzeit im Bistro von Uwe Rehbein, um mit Uwes legendärer Gulaschsuppe oder auch seinen unnachahmlichen Frikadellen den wenigen Schlucken Bier die nötige Grundlage zu geben.
Kontinuität, aber auch Wandel finden sich bei den Mitgliedern der Jedermannsparte zur Genüge: Jochen Genzel, der elder statesman, war 25 Jahre lang Übungs- und Spartenleiter in einer Person. Heute teilen sich diese Aufgaben Thomas Grohnert als Übungsleiter, der die Truppe mit angemessenen Trainingsmethoden fit hält, und Detlev Stellmacher, der die Abteilung als Spartenleiter professionell vertritt. Die Sparte war seit jeher das Reservoir für den TuS-Vorstand: aus ihr kamen mehr TuS-Vorsitzende als aus sämtlichen anderen Sparten des Vereins zusammen.
Auch sportpolitisch sind die Jedermänner hervorzuheben: unmittelbar nach der Wende wurde eine Partnerschaft mit Leipzig begründet, die viele Jahre lang durch regelmäßige Austauschfahrten genährt wurde. Der von den Jedermännern betriebene „Aufbau Ost“ verzeichnete einen personellen Verlust, als ein Jedermannsportler der Liebe wegen die Landeshauptstadt Hannover verließ und sich mit einer Leipzigerin verband, die er bei einem Besuch der Jedermänner in der sächsischen Metropole kennengelernt hatte. Ein Beweis dafür, dass die Jedermannsparte selbst zu außerge-wöhnlichen persönlichen Opfern allzeit bereit ist.
100 Jahre TuS – 40 Jahre Jedermannsport. 2009 ist das Jahr eines doppelten Jubiläums, das die Jedermänner in bewährter Manier zu feiern verstehen. Die Jedermänner: eine starke Truppe! Ohne sie ist die TuS Wettbergen nicht denkbar.
Dr. Winfried Baßmann